
Warum immer
mehr Betriebe auf Agroforst setzen
Viele der Leistungen, die historische Knicks in Norddeutschland seit Jahrhunderten erbringen, gewinnen heute unter dem Begriff Agroforstwirtschaft neu an Bedeutung – ohne, dass sich dabei der Flächenstatus ändert. Aus guten Gründen setzen deutschlandweit immer mehr Betriebe auf Agroforstsysteme.
Wir beraten gerne unverbindlich Betriebe, die mehr Information zu dem Thema suchen und haben die häufigsten Fragen rund um Agroforst auf dieser Seite zusammengestellt.
noch Fragen?
agroforst sprechstunde
Agroforst ist für die meisten Betriebe noch Neuland - rund um Förderrecht, Kosten und rechtliche Themen entstehen daher viele Fragen. Wir bieten deshalb jeden dritten Freitag im Monat um 14:00 eine kostenlose, virtuelle Agroforstsprechstunde an. Einfach für die jeweils kommende Sprechstunde anmelden, und Fragen mitbringen oder erstmal nur zuhören.

welchen nutzen bringt ein agroforstsystem?
- Ertragsstabilisierung der Hauptkultur durch verbessertes Mikroklima zwischen den Baumreihen - verminderte Wind- & Bodenerosion - gesteigerte Versickerung und Flächenkapazität über Durchwurzelung und Humusaufbau - Pufferfunktion bei Extremwetterereignissen wie Dürre & Starkregen - Risikodiversifizierung durch kombinierte Erträge - gute Förderbedingungen (momentan jährlich 600 Euro/ha Gehölzfläche im Rahmen der ÖR3, Investitionsförderungen in einigen Bundesländern (momentan Niedersachsen, Bayern, MV - geplant in Schleswig Holstein) Für tierhaltende Betriebe - natürlicher Schutz und Schatten für Weidetiere, sowohl für Hühnerauslaufflächen, wie auch für Rinderweiden - somit Stressreduktion bei Nutztieren, was Gesundheit und Leistung verbessern kann - Mineralstoffhaltiges Laubfutterangebot
Was sind unterschiede und mögliche vorteile von Agroforst
im vergleich zur knickwirtschaft?
- Flächenstatus bleibt erhalten: ein Agroforsts-Bäume können auf Acker oder Grünland gepflanzt und auch wieder entfernt werden, ohne dass sich der Flächenstatus ändert - Agroforstsysteme können und müssen wirtschaftlich vom Betrieb genutzt werden, von daher bieten sich bestimmte Baumarten (wie beispielsweise schnellwachsende Gehölze) vorrangig an, um einen wirtschaftlichen Ertrag zu ergeben - um ein GAP konformes Agroforstsystem zu pflanzen, muss dieses gewisse Vorgaben erfüllen (beispielsweise zwei Baumstreifen und insgesamt nicht mehr als 40% Gehölzfläche pro Schlag).
sind agroforststreifen nicht nachteilig für die bearbeitbarkeit meiner flächen?
- moderne Agroforstsysteme werden maschinell gepflanzt und an die Arbeitsbreiten angepasst, so dass eine wirtschaftliche Bearbeitung der Flächen erhalten bleibt - Ein einfacher Wurzelschnitt ist Teil der üblichen Pflegemaßnahmen und sorgt dafür, dass die Wurzeln nach unten wachsen, und nicht in den Ackerhorizont hinein.


gibt es rechtliche risiken bei der pflanzung eines agroforstsystems?
- seit 2023 sind Agroforstsysteme unter der GAP Direktzahlungsverordnung anerkannt und haben somit einen gesicherten Rechtsstatus. Das heißt konkret: die gepflanzten Bäume werden nicht zu Landschaftselementen oder Wald und können somit auch jederzeit wieder entfernt werden. - bei der Pflanzung in Schutzkulissen (Naturparks, Vogelschutzgebiete etc.) ist es ratsam, im Vorfeld den Kontakt zur zuständigen Behörde zu suchen.
mit welchen kosten muss ich bei der anlage rechnen?
- bei den hier gezeigten Pappelsystemen bewegen sich die Kosten der Pflanzung pro Hektar Gehölzfläche zwischen 4.000 und 8.000 Euro (inklusive Planung/Beratung). - weitergehende Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten finden sich z.B. auf der Seite des Deutschen Fachverbands für Agroforstwirtschaft: https://agroforst-info.de/publikationen/#infoblaetter
mit welchen erträgen kann ich rechnen?
- die hier gezeigten Pappelsysteme können bereits nach wenigen Jahren beerntet werden, z.B. nach 6-8 Jahren für die Nutzung als Industrieholz (Holzwerkstoffindustrie / energetisch), oder nach etwas längerer Zeit, z.B. 12 - 15 Jahren, als Stammholz für die höherwertige stoffliche Verwertung, wie Bretter oder Leimbinder. - In SH kann mit jährlichen Holzzuwächsen von 10 - 15 t TM pro ha Gehölzfläche gerechnet werden. - die Ernte erfolgt mit Kneifern oder Harvestern - unter der ÖR 3 gibt es eine jährliche Förderung von derzeit 600 Euro/ha Gehölzfläche, außerdem gibt es bereits in einigen Bundesländern attraktive Investitionsförderungen für die Erstanlage (Niedersachsen, Bayern MV, in Brandenburg für 2026 geplant, in Schleswig-Holstein ebenfalls geplant, konkrete Informationen zur Veröffentlichung bitte direkt erfragen beim Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein (MLLEV)/Referat Tierische Erzeugung, Futtermittel und Agrarförderung unter der 0431 988-4975
Beispielvideo zu Nutzungsoptionen für Agroforstsysteme
auf einem Ackerbau- und Legehennenbetrieb:
wie pflegeaufwändig ist ein agroforstsystem?
- Agroforstsysteme mit Pappeln sind vergleichsweise unaufwändig in der Pflege. Sie benötigen lediglich die Freihaltung des Pflanzstreifens von Beikraut in den ersten beiden Jahren (mechanisch oder chemisch) sowie einen Wurzelschnitt (der oft im Rahmen der üblichen Bodenbearbeitung stattfindet, z.B. mit Tiefenlockerer). - Bewässerung ist in der Regel nicht notwendig. - Falls das Holz als astfreies Stammholz vermarktet werden soll, ist eine regelmäßige Aufastung erforderlich.

